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Schweizerische Bautätigkeit im Ausland mit der Kamera beobachtet

Film

Über den Film

Beschreibung Prozess

Bauen ist ein komplexer Prozess, der immer eng mit den jeweiligen Kontextbedingungen verwoben ist. Das fertige Gebäude vermag dies nur ansatzweise mitzuteilen. Deshalb ein Mitfilmen.

Der Film dokumentiert die Arbeitsweise des Bundesamtes für Bauten und Logistik (BBL) im Ausland. Anhand der Instandsetzung der Kanzlei Tiflis, in Georgien, wird aufgezeigt, wie Bauvorhaben unter anderen kulturellen, rechtlichen, sozialen und materiellen Kontexten entwickelt und umgesetzt werden. Botschafter, Projektleiter und Bauarbeiter äussern sich zum Bauprozess.

Im Februar 2018 begleiteten die Filmemacher den Projektleiter des BBL zum ersten Mal nach Tiflis. Hier soll die Entstehung des gemeinsamen Sitzes der Schweizer Botschaft und der DEZA dokumentiert werden. Dabei steht nicht der Bau, sondern der Bauprozess im Vordergrund. Denn die verschiedenen sozialen, ethnischen und professionellen Individuen und Gruppen, die sich auf der Baustelle zusammenfanden, machten rasch deutlich, dass bauen hier ganz anders verläuft. Doch wie dies geschieht sollte filmisch erzählt und erfahrbar gemacht werden.

Bis im Sommer 2019 kehrten die Filmemacher in regelmässigen Abständen zurück, um mit der Kamera zu beobachten und zu dokumentieren. Dabei entwickelte sich eine intensive Auseinandersetzung zwischen Filmemachern, Bauherren, Akteuren auf der Baustelle, die georgische und schweizerische Gewohnheiten in Bezug zu setzen und zu relativieren vermochte. Die Kamera, als stumme Begleiterin, zeichnete Fakten, Narrative und Austauschprozesse mit auf:

Beobachtung: Auch wenn hier Absturzsicherung anders aussieht, feinste Holzbearbeitung mit Kettensägen normal ist und auch mal ein Stuhl als Leiter benutzt wird: Die Ruhe und Klarheit, mit der das Bauvorhaben geleitet wird, scheint zu funktionieren. Die verschiedenen Arbeitsprozesse auf der Baustelle sind in kleinen autonomen Teams organisiert. Materiallieferungen erfolgen oft mit dem Privatauto.

Kommunikation: Im Baucontainer trifft der Projektleiter die zukünftigen Nutzerinnen, holt deren Bedürfnisse und Ideen ab. Über Stunden bespricht er mit dem Generalunternehmer Termine, mit dem Controller Qualitätsansprüche und mit Zulieferer Konditionen. Immer kritisch aber offen und ruhig. Nach Stunden zahlloser Entscheide geht das Kernteam gemeinsam zum Essen. Hier werden weitere Fragen besprochen und Ideen diskutiert. Zwischen den Zeilen wird schnell klar, man schätzt und vertraut sich. Auch ohne laufende Kamera.

Ein letzter Besuch im Sommer 2019 bestätigte schliesslich die Erwartungen der Filmemacher. Das Gebaute vermochte nur einen kleinen Teil der Geschichte dahinter zu erzählen. Diese Geschichte entstand zum grossen Teil durch die Interpretation am Schneidepult. Sie unterstreicht was die bescheidene Grösse des Hauses, die sorgfältig sanierten Backsteinmauern und das freundliche Lächeln des georgischen Portiers anklingen lassen: nämlich dass der Erfolg des Bauvorhabens in grossem Mass auf dem gegenseitigem Respekt beider Nationen beruht.

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